Dörfliches Leben in Lengde
  Special
 

  

Danke, Oma!

Kurz nach ihrem 101. Geburtstag ist meine liebe Oma am 10. April 2011 in Wiedelah im Altersheim verstorben. Fast 55 Jahre hat sie mich durchs Leben begleitet. Dafür danke ich ihr ganz herzlich. In Gedanken wirst DU immer bei mir bleiben. Ich werde mich gern daran erinnern, wie DU immer für uns da warst.          Tschüss, Oma …

Susanne Hartmann/12.04.2011

 



 

Frieda Meyer
geb. Saft

* 29. 03. 1910     ϯ 10. 04. 2011

 

Herta Hasselbach

Käte und Wolfgang Pfab

Susanne und Werner Hartmann

Kerstin, Burkhard und Corinna Lau

Ameli Pfab

 

 

Die Trauerfeier und die anschließende Urnenbeisetzung finden im engsten Familienkreis statt.

Die, anstelle von Blumen, zugedachten Geldspenden werden im Sinne der Verstorbenen der Ev. Kirche Lengde gestiftet.

Bestattungsinstitut Haarnagel, Schmiedekamp 21, Lengde

 

 


 

Die älteste Lengderin wird heute 100 Jahre alt

Frieda Meyer lebt zusammen mit ihrer jüngsten Tochter und ihrem Schwiegersohn zusammen in einem Haushalt. Sie hat zwei Töchter, drei Enkelinnen und eine Urenkelin - also geballte Frauenpower!

Ihre Jugendjahre verbrachte Frieda Saft zusammen mit ihren fünf Geschwistern Karl, Fritz, Hermann, Gustav und Emma in Göddeckenrode. Als Schulkind hütete sie die Kinder der Familie Borchers. Zu dem größeren Mädchen, Anneliese, hält sie noch heute Briefkontakt. Später fand sie in der Mühle bei Familie Lüttgau eine Stelle als Kindermädchen. Eine sehr gute Anstellung erhielt sie beim Augenarzt Dr. Hoffmann in Braunschweig. Bis zur Geburt ihrer ersten Tochter Herta im November 1931 arbeitete sie dort 1 ½ Jahre lang gern als Hausmädchen.

1932 zog die kleine Familie nach Lengde in das Haus von Familie Ulrichs. Im November heiratete sie dann Hermann Meyer. Ihr heutiges Haus bezogen sie 1936. Die zweite Tochter, Käte, kam 1940 auf diese Welt. In den Kriegs- und Nachkriegsjahren saß sie oft abends mit beiden Töchtern singend am Fenster in der „kleinen Stube“. Bei den Bauern Ludewig, Niemeyer und Wolf verdiente sie in der Landwirtschaft ihren Teil zum Lebensunterhalt.

Ein schlimmes Erlebnis hatte die gesamte Familie 1945, als sie „illegal“ die Zonengrenze überschritt, um die Verwandten in Göddeckenrode zu besuchen. Sie wurden von den Russen verhaftet. Die erste Nacht verbrachten sie in Rimbeck im Saal. Am nächsten Tag wanderten sie mit anderen Inhaftierten bis Osterwieck und wurden wieder verhört. Dann entließ man sie mit Papieren nur für Göddeckenrode. Sie erhielten noch Lebensmittelkarten für einen ganzen Monat - das war ein Geschenk in der damaligen Zeit! Die Karten wurden eingelöst und als mal kein Grenzposten zu sehen war, half Bruder Hermann der ganzen Familie wieder in den Westen zu kommen.

Nach nur 27 Jahren Ehe verstarb ihr Mann 1960 an Krebs. Sie war zur der Zeit schon sehr schwerhörig und ist heute so gut wie taub, deshalb fuhr sie mit der Familie ihrer ältesten Tochter oft in Urlaub. Noch heute denkt sie gern an ihre Reisen in den 70-er Jahren nach Bayern zurück. Dort musste sie den Film „Auf der Alm, da gibt’s koa Sünd“ im Kino gucken, weil das Wetter so schlecht war und der Schwiegersohn dachte, dass es ein lustiger Heimatfilm und kein „HEIMATFILM“ war.
Ihr größtes Hobby war immer der Garten, den sie bis zum Verkauf in 2007 noch selbst bewirtschaften konnte. Ihren Kindern und Enkelinnen schneiderte sie früher Kleider, Röcke, Blusen und Jacken. Sie kann Stricken und Sticken, halt wie eine richtige Oma. In den letzten Jahren ließ sie sich beide Augen lasern und heute noch sitzt sie in ihrem Sessel am Fenster und fertigt Filetdecken, die bei Verwandten und Bekannten sehr beliebt sind.

Trotz der Schwerhörigkeit ist sie an allem interessiert; liest die GZ jeden Tag und guckt Fernsehen, wenn es geht, mit Untertiteln. Auch einen Spaziergang unternimmt sie noch täglich, wenn auch nicht mehr so weit, wie früher.

Susanne Hartmann/29.03.10

 

Frieda Meyer - die Dorfälteste

Heute, am 29. März, feierte unsere älteste Lengderin ihren 99. Geburtstag. Sie ist meine Oma und noch immer relativ fit, nur gut hören kann sie sehr schlecht. Vor drei Jahren musste sie ihr liebstes


Hobby, die Gartenarbeit, aufgeben, weil ihre jüngste Tochter den Garten aus gesundheitlichen Gründen verkaufen musste. Seitdem hat sie nur noch ihre Handarbeiten, mit denen sie sich jetzt das ganze Jahr über beschäftigt. In ihrem Schubfach liegen so viele Filetdeckchen, dass sie diese verkaufen könnte. Ich wünsche ihr noch viel Gesundheit, damit wir in einem Jahr noch den 100. Geburtstag feiern können.

Susanne Hartmann

  

Wenn Glück gleich dreifach kommt

Paul 1470 g - 40,5 cm, Leonie wiegt 1140 g, misst 40 cm, und Emily 1030 g - 36 cm. Daten ihres größten Glücks: Bianca und Oliver Vorlop sind Eltern von Drillingen. Rechtzeitig zum Jahreswechsel kam der Nachwuchs aus dem Krankenhaus nach Hause.


Gleich bei der ersten Untersuchung in der 7. Schwangerschaftswoche erhielt das Paar die Nachricht: Es wird eine Mehrlingsgeburt. „Das war schon ein kleiner Schock“, gesteht der 29-jährige Vater. „Ich war sprachlos. Mein Mann hat das besser verarbeitet als ich“, gesteht die gleichaltrige Mutter. Für beide sind es die ersten Kinder. Und natürlich waren auch die Omas und Opas in spe damals völlig von der Rolle.


Aber schon nach wenigen Tagen konnten sie wieder einen kühlen Kopf bewahren. Denn es galt, völlig umzuplanen. Die ganze Wohnung musste umgebaut werden. Der Raum, der einst als Küche auserkoren war, wurde zum Kinderzimmer, weil er einfach größer war - schließlich mussten nun drei Bettchen untergebracht werden. Die Küche wanderte stattdessen ins einstige Kinderzimmer. Da half die ganze Familie mit. Und ein größeres Auto musste auch her. „Ich habe gesagt, wir müssen möglichst viel schaffen, solange ich noch mithelfen kann. Denn keiner wusste, wie lange ich das kann“, berichtete Bianca Vorlop.

Vier Monate lang hatte sie mit Übelkeit, Sodbrennen oder Rückenschmerzen zu kämpfen. Der ursprüngliche Geburtstermin hätte am 11. Dezember sein sollen. Am 15. Oktober erblickten die Kleinen per Kaiserschnitt das Licht der Welt - und alle gesund. „Ich wollte länger schaffen, aber die Ärzte hatten erkannt, dass ein Kind im Mutterleib nicht mehr richtig versorgt wird und leiteten die Geburt ein.“ Vater Oliver war dabei: „Es war ein überwältigender Moment. Die erste Berührung; wenn die Kleinen das erste Mal die Hand ergreifen - unbeschreiblich.“

War das Leben vorher voll mit Vorarbeiten für den Tag an dem die Vorlops nicht mehr zu zweit, sondern auf einen Schlag zu fünft sind, so heißt es jetzt fast rund um die Uhr: Windeln, Waschen, Flasche - und das vielleicht bei 2 x 2 Stunden Schlaf. „Wir stellen uns nachts keinen Wecker. Meldet sich ein Kind, dann werden die anderen schon wach und auch gleich versorgt“, sagt die Mutter.

In Lengde sind sie natürlich Dorfgespräch. „Manche finden die Drillingsgeburt ganz toll, andere fragen sich, wie man das alles wohl schaffen soll. Aber zu zweit kann man das sehr gut handhaben“, sagt der Lengder. Er hat Urlaub bis Ende Januar - dann ist der Kanalsanierer unter der Woche auf Montage und die Großeltern werden mithelfen. „Einer muss ja das Geld ranschaffen“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Und Paul scheint ihm zuzuzwinkern.

Er ist am pflegeleichtesten, Emily am quirligsten und Leonie, die kleinste des Trios, die Eifersüchtige. „Wenn jemand anders als sie auf dem Arm ist, startet sie Aktionen, um etwas dagegen zu unternehmen“, berichten sie aus dem Drillings-Alltag. Seit einigen Wochen ganz schön viel Stress im Hause Vorlop - doch für sie ist es der schönste Stress der Welt. Und vielleicht wird ja Vienenburg auch zur Mehrlingsmetropole - erst vor wenigen Monaten gab es in der Kernstadt ebenfalls Drillinge. Allerdings: „Für uns ist die Familienplanung erst mal abgeschlossen“, sagt der Vater lächelnd.

Goslarsche Zeitung/04.01.10

 

 

Emily, Paul und Leonie sind nun Bankteilhaber

Die Ortschaft Lengde hat seit kurzem drei Einwohner mehr. Emily, Paul und Leonie erblickten im Oktober das Licht der Welt. „Sicher war das ein kleiner Schock, als wir gehört haben, dass wir Drillinge kriegen. Doch heute überwiegt natürlich die Freude“, erzählen Bianca und Oliver Vorlop, die stolzen Eltern, lächelnd.

Die Volksbank Nordharz freut sich mit der Familie über den Zuwachs. „Auch wenn wir damit den demografischen Wandeln in unserer Region nicht aufhalten können, ist dieser Zuwachs für Lengde ein Geschenk“, sagt Nils Fehrke, Geschäftsstellenleiter der Lengder Volksbank-Filiale.

Der Vertreter des genossenschaftlichen Kreditinstituts überraschte nun die Familie mit einem Geschenk: Emily, Paul und Leonie sind ab sofort die jüngsten Bankteilhaber der Volksbank. Mit diesem geschenkten Geschäftsguthaben sind die Drillinge in die nunmehr 16624 Mitglieder zählende Gemeinschaft der Volksbank aufgenommen worden. Fehrke: „Wir wollen der Familie eben mehr als nur einen Strampler oder einen Karton Windeln überreichen, sondern ihnen ein Geschenk für ihre Zukunft machen. Schließlich gibt es jedes Jahr Dividende und jede Menge Vorteile, von denen sie sicher gerne Gebrauch machen.“

Vienenburger Kurier/Juni 2010

 

 

388 Tage Glück und Trubel hoch drei!

Mittlerweile ist es kein ungewohntes Bild mehr für uns Lengder, wenn Bianca mit ihrem überbreiten Kinderwagen, der kaum auf einen Fußweg passt, ihre Drillis durch den Ort kutschiert. Mächtig gewachsen sind die Drei in diesen 388 Tagen, die sie jetzt auf der Welt sind. Auch die Nächte sind für die Eltern wieder länger geworden, weil alle Kinder durchschlafen.

Paul wiegt heute 9700 g, misst 78 cm und steht schon ziemlich fest auf seinen Beinen. Er zieht sich überall dran hoch und läuft schon mal um den Tisch. Vor ihm ist nichts mehr sicher, was in seiner Reichweite liegt. Mit seinen zwei Zähnen ist er noch ein wenig zu faul, feste Nahrung zu kauen; deshalb mag er fast nur Püriertes. Aber jeden Schuh, den er bekommen kann, hat er „zum Fressen gern“. Seine Schwestern sind dieser Marotte aber auch nicht abgeneigt.

Leonie ist mit ihren 6500 g bei 65 cm jetzt die Zierlichste. Sie guckte mich erst mal abschätzend an, als ich sie auf den Arm nahm, bevor sie mich dann freudestrahlend anlächelte. Wer weiß, was in ihrem kleinen Köpfchen so vorging? Sitzen mag sie gar nicht. Steht sie aber an ihrem musizierenden Spieltisch, fängt sie an zur Musik zu „tanzen“. Leonie hat schon fünf Zähnchen, mit denen sie kräftig zubeißt, auch mal in Mamas Nase, und sie liebt Nutella.

Emily bringt jetzt 6750 g auf die Waage und ist 67 cm groß. Mit ihren zwei Zähnchen mag sie alles, was essbar ist. „Das war schon so, als sie noch auf Felgen kaute“, sagte der Papa. Alle drei haben ihr eigenes Aussehen und auch ihre eigenen Persönlichkeiten. Sie sind ganz liebenswert und total zum Knuddeln.

Beim täglichen Tagesablauf werden Oliver und Bianca tatkräftig von den Großeltern und restlichen Verwandten unterstützt. Oma und Opa aus Lengde sagen immer: „Heute Nachmittag gehen wir zur Raubtierfütterung.“ Bianca und Oliver sind froh, dass ihnen von allen so geholfen wird; denn der junge Papa ist während der Woche auf Montage. Dann muss Bianca die ganze Sache alleine organisieren. Das klappt aber ganz gut, wie sie sagt.

Von Alete und Hipp gab es nach der Geburt große Pakete mit Kindernahrung. Die Fa. Humana gibt der jungen Familie Gelegenheit, das Milchpulver direkt ab Fabrik günstiger einzukaufen. Auch die ortsansässige Volksbank Nordharz gratulierte vor einigen Monaten und schenkte jedem Kind einen Geschäftsanteil der Volksbank. Sie sind gewiss die jüngsten Genossenschaftsmitglieder.

Susanne Hartmann/06.11.10

 

 

Der „Nachbar“ wohnt in Lengde

Ehemals der Nachbar „Hermann Paschulke“ von Peter Lustig, dann von Fritz Fuchs und „Keks“ und heute auch unser Nachbar – Helmut Krauss.

Vielen bekannt durch die Kinderserie „Löwenzahn“ (früher „Pusteblume“), als Django in der „Direktion City“ und auch als Synchronstimme bekannter Film- und Fernsehstars.

Geboren wurde er am 11.06.41 in Augsburg. Zweimal war er verheiratet, hat drei Kinder und mittlerweile auch drei Enkel, die er bei Familientreffen in Lengde alle sehr gern um sich hat. Ansonsten genießt er das Single-Leben.

Helmut absolvierte eine Schauspielausbildung und studierte Pädagogik, arbeitet als Kabarettist, Synchronsprecher, Theater- und Fernsehschauspieler, gibt Lesungen und spricht Hörspiele ein. Er spielt unter anderem am Forum-Theater, Grips-Theater, Hansa-Theater, Staatstheater in Hannover und Theater des Ostens. Als Kabarettist trat er unter anderem einige Male bei Dieter Hildebrandts „Scheibenwischer“ auf.

Die Liste der Auftritte in Fernsehen und Film ist lang. In einer seiner bekanntesten Rollen ist er seit 1980 in der Rolle des Nachbarn „Hermann Paschulke“ in Löwenzahn zu sehen. Die drei Filmprojekte, in denen er mitspielte, waren leider nicht so erfolgreich.

Seine Stimme lieh Krauss unter anderem Marlon Brando, John Goodman, Yaphet Kotto, Wilhelm von Homburg, Jean Reno, Samuel L. Jackson und dem Musikprojekt E Nomine sowie Reginald VelJohnson (Carl Winslow) in der amerikanischen Sitcom „Alle unter einem Dach“. Er war der Erzähler in der deutschen Fassung der japanischen Zeichentrickserie Captain Future. Außerdem war er Sprecher der „Drei Fragezeichen“ auf ihrer Live-Tour in dem Hörspiel „Master of Chess“. Ein Mitschnitt dieser Tour ist auch auf MC bzw. CD erschienen. 2007 sprach er zwei Bücher von Dirk Bernemann als Hörbücher beim UBooks-Verlag ein. Außerdem engagiert er sich in vielfältiger Weise beim Hörspiellabel Hörplanet. Auf seiner Homepage gibt es einige Hörspiele als Gratis-Download.

Bei den Karl May Spielen in Bad Segeberg spielte er den Don Geronimo in Winnetou und das Geheimnis der Felsenburg. Die Störtebeker-Festspiele auf Rügen hatten ihn in der Spielzeit 2006 als Ambrosio engagiert.

Vor einigen Jahren reisten wir Lengder Fans nach Berlin, um ihn im Musical „Emil und die Detektive“ zu sehen. In Bregenz stand er in der „West Side Story“ auf der Bühne.

Derzeit werden wieder neue Löwenzahn-Folgen gedreht. Der große Renner sind für ihn zurzeit Lesungen, wie auf dem Literaturfest Niedersachsen in Bleckede, der Sternwarte Bochum oder im Odenwald eine Wilhelm-Busch-Lesung.

Mit dem Theater des Ostens ist Helmut demnächst wieder auf Theatertournee mit den beiden Stücken „Der Schimmelreiter“ und „Der Name der Rose“.

Zu uns nach Lengde verschlug es ihn vor ca. 25 Jahren durch die Freundschaft zu Fam. Bieletzki, die in Lengde den ehemaligen Hof der Fam. Wolf gekauft hatte. Frau Bieletzki arbeitete beim SFB und entwarf eines Tages ein Inserat „Haus im Vorharz zu vermieten!“ Als er das sah, sagte er sofort: „Das nehme ich!“ Lange Jahre war Lengde sein zweiter Wohnsitz, vorn an der Hauptstraße im alten Bauernhaus. Als Fam. Bieletzki zu Beginn dieses Jahres verkaufen wollte, griff Helmut zu und wurde Hauseigentümer. Er zog in den hinteren, neueren Anbau und meldete sich mit erstem Wohnsitz in Lengde an. Während dieser 25 Jahre hatte er noch in Berlin und zeitweise auch auf Mallorca einen Wohnsitz, was ihm sehr gefiel, weil in jedem seiner Zuhause ein anderes Umfeld gegeben war. In diesem Jahr wurde er in Lengde endgültig sesshaft. Hier schätzt er die stille Beschaulichkeit, in der er konzentriert arbeiten und aber auch mal abschalten kann. Die freundlichen Leute im Dorf, die sehr hilfsbereit sind und immer etwas zu feiern haben. Mit dem Zug ist er in 1 ½ Stunden in Berlin, wenn er dort zu arbeiten hat und am Abend wieder zu Haus. Das hektische Leben in Berlin vermisst er kaum.

Eines seiner Hobbies entstand aus seinem ursprünglichen Berufswunsch des Bühnenbildners. In der Zeit auf Mallorca entstanden schöne Aquarell-Landschaften – eins hängt bei mir im Flur. Ein andere Leidenschaft ist das Kochen. Aber das zeitaufwendigste Hobby ist sein Beruf mit allen sich bietenden künstlerischen Richtungen.

Ob er einmal ganz in Rente gehen möchte, fragte ich ihn. „Nee“, war die Antwort; denn die Angebote ab 60 Jahre werden wieder interessanter und zahlreicher, weil Zahl der sich anbietenden Schauspieler ab diesem Alter geringer wird. Sollte es tatsächlich mal ruhiger in seinem Job werden, träumt er, in dem „alten“ Wohntrakt einen Weinhandel zu eröffnen - vielleicht zusammen mit seinem Sohn.

Wenn er nicht gerade auf Tour ist, nimmt er am Dorfleben teil, z. B. in der Walpurgisnacht, beim Osterfeuer oder bei Kummel‘s Geburtstag. Unvergessen ist für mich sein 60. Geburtstag, der hier in Lengde gefeiert wurde. Der Fanfarenzug aus Immenrode und seine Cheerleader gaben ein Geburtstagsständchen. Es wurden Böllerschüsse abgefeuert, dass die Spatzen aus den Bäumen fielen. Und am späten Abend wanderten alle zum Sportplatz; denn Pyrotechniker aus Berlin zündeten dort ein tolles Feuerwerk. Er ist seit vielen Jahren Mitglied im hiesigen Schützenverein und aktiver Sänger im MGV gem. Chor Lengde. Wir haben ihn noch gut in Erinnerung, als er die Feier des 75. Feuerwehrjubiläums im Mai 1999 im Bullenstall mit literarischen Beiträgen eröffnete. Auch in der Kirche trug er schon mal Verse im Rahmen eines Gottesdienstes vor. Es ist schön, dass er uns an seinem turbulenten Berufsleben auf diese Art teilhaben lässt. Und er macht es, glaube ich, auch gern!

Zum 3. Advent 2008 plant er in der Kirche eine Lesung zusammen mit dem Adventssingen des MGV gem. Chor Lengde.

Bei der B(a)rockenHexenQuadrille des Fels-Hofes liest er den Text dazu. Die Aufführungen starten gerade und werden wahrscheinlich auch ein Teil des Lebendigen Adventskalenders werden.

Wer sich gern noch ausführlicher informieren möchte, kann das auf seiner Homepage tun: www.helmutkrauss.de - Ihr werdet staunen, was man hier so alles zu erfahren kann.

Text u. Foto: Susanne Hartmann

 

 

Mammutbaum mitten in Lengde

Wir Lengder haben es bequem! Wenn wir uns einen Mammutbaum ansehen möchten, müssen wir nicht in den Harly wandern. Wir haben einen dieser Riesen mitten im Dorf, auf dem Gartengrundstück Zehntstraße 5. Direkt aus Kalifornien eingewandert!


 

1974 besuchte Klaus Röthig seine Schwester im Amerika und brachte drei Samenkörner eines Redwoods mit, die er zuhause in einen Blumentopf steckte. Nach neun Monaten pflanzte er den einzigen 15 cm hohen Trieb in seinen Garten und überließ ihn sich selbst. Der Setzling gedieh prächtig und hat heute bereits einen Stammdurchmesser von eineinhalb Metern und überragt mit seiner stattlichen Höhe von ca. 15 Metern bereits die Nachbarhäuser. Sein Umfang ca. einen Meter über der Erde beträgt 3,40 m. Auf dem Nadelteppich zu seinen Füßen wachsen manchmal schon Champignons. Dieser schöne Redwood mit der typisch roten Rinde lässt jeden anderen Nadelbaum alt aussehen. Dies stellte auch eine Schulklasse fest, als dieser das Ziel eines Klassenausfluges war. Hoffentlich darf der Riese noch lange dort stehen, ohne dass sich die Grundstücksnachbarn sich an seinen immensen Ausmaßen und den vielen, großen Nadeln stören.

Susanne Hartmann